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Wegen Auto Hummer

[Mail nur bei Anmeldung], vor 9 Jahren

Vor einiger Zeit gab es hier im Forum mal eine Diskussion wegen der Fahrschule Alterlaa und dem Hummer.

Heute steht im "Standard" ein Artikel zu diesem Fahrzeug.

Falls der Fahrschulbesitzer das liest, kann er wohl niemanden verklagen, da hier nichts unwahres zu diesem Fahrzeug im Artikel drinnen steht. zwinkerndes Smiley ;)

 

 

Hier der Artikel (c) by Der Standard

 

Nicht mehr Arnies liebstes Spielzeug

 

Chris Deak lässt den Motor aufheulen, aber nur, um zu zeigen, wie man es nicht machen soll. Dann tritt er auf die Bremse, der Hummer bleibt mit einem Ruck stehen, wie festgenagelt. "So ist es falsch. Du musst Gefühl in den Fuß legen, ganz sachte umgehen mit diesem Baby." Das Baby ist fast drei Tonnen schwer, ziemlich flach, aber breit wie ein Lastwagen. 300 PS hat es unter der Motorhaube. Deak lässt es Bahnsteigkanten erklimmen, über Felsbrocken kriechen, einen sumpfigen Teich durchpflügen und den Kipptest an einer Schrägwand bestehen - nichts für Nervenschwache.

 

Es ist ruhig auf der Übungsbahn des Fahrlehrers Deak, Pardon, auf dem Parcours der Hummer Academy - der Akademie, die Hummer-Besitzern aus aller Welt beibringt, was man so alles herausholen kann aus dem Geländewagen. Fünf Tage Abenteuer kosten 5200 Dollar (3270 Euro). Der eichengesäumte Holperpfad hinunter zum Teich heißt "Jurassic Trail", und zu denen, die ihn ausprobierten, gehört Arnold Schwarzenegger, damals noch die Kraftmaschine des Kinos. Arnie war der Mann zum Hummer.

 

Zwei starke Amerikaner

 

Im Golfkrieg 1990/91 hatte Schwarzenegger gesehen, wie die Humvees, die überbreiten Jeeps der US-Armee, durch die Wüste rollten. So einen wollte er auch. Es klappte nicht gleich, die Army verkaufte nichts an Zivilisten. Irgendwann ahnten die Werbeprofis der Autofirma AM General, was für ein Traumpaar das wäre: zwei starke Amerikaner, hier der Terminator und dort dieser Kraftprotz auf Rädern. 1991 holte sich Schwarzenegger seinen ersten Hummer in South Bend (Indiana) ab.

 

Wehmütig blickt Craig C. Mac Nab, unter Präsident Ronald Reagan Armeesprecher, heute Sprecher bei AM General, auf das Bild, das ihn neben seinem Freund Arnold zeigt. Der Mann, für den sie den Hummer bauten, setzt als Gouverneur Kaliforniens auf Solarzellen, Windturbinen und strenge Abgasnormen. Als er seine Geländewagen von Diesel auf Biotreibstoff umstellte, hängte er es an die große Glocke, wie zum Beweis einer persönlichen Läuterung.

 

Mac Nab hofft auf neue Kunden, auf reiche Russen und Scheichs aus Arabien. Sie scheinen sich noch begeistern zu lassen für das, was er eine Ikone des amerikanischen Freiheitsgefühls nennt.

 

Aber der Absatz bricht ein: minus 60 Prozent im Mai, minus 54 Prozent im Juni. General Motors, der Gigant, der die Marke seit 1999 besitzt und AM General die Jeeps bauen lässt, sucht nach Käufern.

 

"Schon immer Wahnsinn"

 

"Der Hummer war schon immer der reinste Wahnsinn", sagt Christine Fiordalis, in South Bend die Lokalchefin des Sierra Club, eines Umweltvereins. Was Mac Nab über die Freiheit sagt, darüber will sich die Juristin gar nicht lustig machen. Es stimme ja, Amerika sei von Individualisten gegründet worden. "Ich kann es, ich darf es, keiner kann mich hindern - das steckt tief drin in unserer Psyche. Aber die Menschen ändern sich. Und zwar, weil es schmerzt."

 

Was schmerzt, ist der Spritpreis. Die Gallone (3,78 Liter) kostet nach dem Preissprung des Frühjahrs über vier Dollar (65 Euro-Cent je Liter). Das mag sich für Europäer billig anhören, für Amerikaner markiert die Vier vor dem Komma die Schwelle zur Panik. Schlechte Zeiten für den Hummer, der auf der Landstraße mit einer Gallone nur 18 Kilometer weit fährt.

 

"Ein Dinosaurier", sagt Edward Hartzer und reibt sich die Hände. Auch Hartzer verkauft Autos, aber unter anderem den Renner der Saison, den Toyota Prius mit sparsamem Hybridantrieb. Er braucht nicht zu werben. "Kunde X betritt den Laden, ich sag ihm, tragen Sie sich in die Liste ein, zahlen Sie 500 Dollar an, dann beginnt das Geduldsspiel. Wenn Sie Glück haben, ist der Wagen in drei Monaten da." (Frank Herrmann aus South Bend, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3.8.2008)

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